art as living
life is learning
art is about learning
learning is unequal to art
learning is to be renamed
as improvement
art is about improvement
(failure processes improvement)
aspirin improves art
retalin does not
-Durch Lernen wird Komplexität reduziert und selektive Perspektiven werden entwickelt, die auch die Antizipation von Handlungsaufgaben erlauben.- Hu.nach Ulich nach Bandura
Da spricht nun also Werner Hopf aus dem Bildschirm heraus und stellt durch einen einstündigen Powervortrag meinen gesamten Tagesablauf auf den Kopf. Es fällt das Wort Löschungshypothese. Soweit ich sie verstanden habe, geht es darum, dass es gar keinen Sinn macht, tagsüber zu lernen, wenn man sich vor dem Schlafengehen noch einen Film ansieht -mit Musikhören weiss ich es nicht sicher-, weil das Gelernte erst in der Tiefschlafphase ins Langzeitgedächtnis aufgenommen werden kann. Jedoch wird das alles überschrieben, wenn man sich noch stark emotionalisierenden Medien aussetzt. Na klasse. Keine Spur von positiver Verstärkung, also Belohnung mit Blödsinn. Wie soll man sich denn um zwölf nachts noch auf intelligente Dinge konzentrieren? Wieso ist denn Schule überhaupt am Vormittag? Aber sei’s drum. Probieren geht neben Studieren, Hand in Hand. Somit werden testweise die Tagesordnungsbestandteile umgeschichtet. Nach dem Aufstehen Filmgucken, und tatsächlich funktioniert Monty Python als Kaffeeersatz. Im nächsten Tagesordnungspunkt muss man möglichst viel, möglichst schnelle, anstrengende Musik hören -Anspieltipp: Otto von Schirach: homosexual mannequin-, dann kommt die Lust auf Ruhe beim Lernen und Arbeiten gegen Mittag von alleine. Tatsächlich zwingt man sich dann auch einfacher zum Laufen gehen(?), wenn es an nun qualvoll langen Abenden die einzige Alternative zum Arbeiten sein darf, sofern man den Gott des Schlafes nicht den Gott des Vergessens sein lassen will. Ob sich das in irgendeiner Form auf den Lernerfolg auswirkt – keine Ahnung. Scheint aber alles optimiert zu laufen.
Ich werde mich aber trotzdem nicht daran halten, völlig ohne Rechtfertigung, einfach aus Prinzip – frei gegen Watzlawick’s “Vernunft ist, das Richtige zu tun, obwohl es die Eltern empfohlen haben”.
In einem Land vor unserer Zeit haben Menschen noch in Bibliotheken und Museen gelernt. Mittlerweile begibt sich nur ein homöophatisch kleiner Teil an Bürgern in die Glyptothek und zelebriert die Hochkultur als neue Subkultur. Sie zeichnen dort alles ab, was ..ich weiss nicht, welche die Kriterien eigentlich sind. Zeitgenössische Akademieklassen gehen nämlich ein Stockwerk tiefer unter die Erde in den Mumiensaal und lesen sich Gedichte aus dem literarischen Satanismus des neunzehnten Jahrhunderts vor. Aber die Architektur bietet sich dafür geradezu an. Traumhafte Kulisse. Und sie wirkt alt, aber nicht ruinenhaft alt, sondern intakt, unmuffig, wie aus einem Historienfilm ohne Farbfilter. Die Glyptothek hat denselben Bauherren, der die neue Carlsbergbrauerei mit so unzählbar vielen indischen Swastikas dekoriert hat -einziger Fremdkörper dabei ist der nordische Donnergott mit Hakenkreuz Wagenrädern. Aber Hakenkreuze liegen in jedem Museeum geradezu als Meterware. Die Nationalhistorie der Kolaboration reicht nämlich auch schon mindestens siebzig Jahre zurück, wobei jedoch prominenter als die SS Zinnsoldaten, stets die Hitler Handpuppen und Hampelmann Hitler in den Vitrinen präsentiert sind. Ein erschöpfender Gedanke, dass so ein ausgelutschtes Thema niemals ausgelutscht werden darf. Falls man denn wirklich dazu Ausgleich bräuchte, nimmt man am besten eine der abermilliarden Alternativen an Ausstellungen wahr. Zum Beispiel eine über Computerspiele in der Nikolaikirche, in der es zwar in erster Linie um Gewalt geht, aber immerhin spielen dort ab und an ein paar Nerds lauschige Konzerte auf ihren Gameboys.
Allerdings. Viel bietet sich an und ich habe nicht einmal einen Bruchteil dessen gegessen, was auf der Speisekarte so schmackhaft angepriesen wird, wennauch ich es nicht lesen kann. Im Sommer ein Soundart Festival, vermutlich ohne mich. Denn ich habe es gewusst, es aber nicht kommen sehen, dass ich bereits nächste Woche zurückreise. Schon nach einer gerade ungut halbkurzen Zeit hier. Wie nur, wie soll man einen kulturellen Überblick bekommen, wenn sich die Events bis in alle Ewigkeit fortsetzten, man selbst aber noch nicht mal die touristischen Basics, wie das Tivoli abgegrast hat. Und was kann ich über das Land sagen, da ich -Schande über mich- weder die Olsen Bande gesehen habe, noch Paradise Hotel, obwohl derzeit doch jeder Werbeleuchtkasten in der Stadt mit kiloweise Silikon dafür wirbt?
Glücklicherweise sind gescheiterte Analysen und fehlerhafte Studien hinreißend hinreichend für deren Wiederholung, was heisst ich nehme Kopenhagen im Längsschnitt und komme in geeignet knappen Abständen zurück. Nächstes Mal mit eingenem Ohrensessel, nur der Anstrengung wegen.